Chronische lymphatische LeukämiePirtobrutinib ab der ersten Therapielinie
Für die Erstlinientherapie bei Patientinnen und Patienten mit CLL sind heute zahlreiche zielgerichtete Therapien zugelassen. Neue Daten wurden beim ASH für den nicht-kovalenten Bruton-Tyrosinkinase-Inhibitor (BTKi) Pirtobrutinib präsentiert. In der randomisierten, offenen BRUIN-CLL-314-Studie wurde erstmals die Wirksamkeit von Pirtobrutinib bei 662 therapie- und BTKi-naiven Patientinnen und Patienten mit CLL oder kleinzelligem lymphozytischem Lymphom (SLL) Head-to-Head mit dem bisherigen Behandlungsstandard Ibrutinib verglichen [1].
Der primäre Studienendpunkt der Nichtunterlegenheit in der Gesamtansprechrate (Overall Response Rate, ORR) gegenüber Ibrutinib wurde erreicht. Zudem zeigte sich im Pirtobrutinib-Arm eine numerisch höhere ORR als im Ibrutinib-Arm (87,0%; 95%-Konfidenzintervall [KI] 82,90–90,44 versus 78,5%; 95%-KI 73,73–82,85; p<0,0001). Beobachtet werden konnte der ORR-Vorteil in allen Patientensubgruppen, auch bei Betroffenen mit Hochrisikomerkmalen wie einer Deletion im Chromosom 17p, einem komplexen Karyotyp und/oder einem unmutierten IGHV (variable Segmente der Immunglobulin-Schwerketten)-Status.
Trend zur Überlegenheit beim PFS
Zudem konnte unter Pirtobrutinib ein Trend zur Überlegenheit beim progressionsfreien Überleben (PFS) in der Intention-to-Treat (ITT)-Population verzeichnet werden (Hazard Ratio [HR] 0,57; 95%-KI 0,39–0,83). Hinsichtlich des Gesamtüberlebens (OS) ließ sich dagegen kein relevanter Unterschied in den Behandlungsarmen feststellen (HR 0,96; 95%-KI 0,55–1,69). Gegenüber vorherigen Studien mit Pirtobrutinib zeigten sich keine zusätzlichen Sicherheitssignale, das Nebenwirkungsprofil war konsistent mit den Beobachtungen aus bisherigen Studien. Im Vergleich zu Ibrutinib traten viele unerwünschte Ereignisse (UE) unter Pirtobrutinib seltener auf, einschließlich Vorhofflimmern (2,4% versus 12,6%) und Hypertonie (10,6% versus 18,2%) [1].
Der Chemoimmuntherapie überlegen
Weitere Daten zur Wirksamkeit und Sicherheit von Pirtobrutinib wurden im Rahmen der Late-breaking-Abstract-Session vorgestellt. In der prospektiven randomisierten Phase-III-Studie BRUIN CLL-313 reduzierte der BTKi das Risiko für Krankheitsprogression oder Tod bei therapienaiven Patientinnen und Patienten mit CLL/SLL nach einem medianen Follow-up von 28,1 Monaten gegenüber der Chemoimmuntherapie mit Bendamustin plus Rituximab (BR) signifikant um 80% (HR 0,20; 95%-KI 0,11–0,37; p<0,0001). Das Nebenwirkungsprofil war konsistent mit den bisher beobachteten Ergebnissen aus anderen Studien [2]. „Damit konnten wir nachweisen, dass Pirtobrutinib sowohl hinsichtlich seiner Wirksamkeit als auch seiner Verträglichkeit ein ausgezeichnetes Medikament ist“, kommentierte der leitende Studienautor Prof. Dr. Wojciech Jurczak vom Nationalen Forschungsinstitut für Onkologie in Krakau/Polen.
- [1] Woyach JA et al. Pirtobrutinib Versus Ibrutinib in Treatment-Naïve and Relapsed/Refractory Chronic Lymphocytic Leukemia/Small Lymphocytic Lymphoma. J Clin Oncol 2025; Online ahead of print. doi.org/10.1200/JCO-25-02477
- [2] Jurczak W et al. Pirtobrutinib vs bendamustine plus rituximab (BR) in patients with CLL/SLL: First re-sults from a randomized phase III study examining a non-covalent BTK inhibitor in untreated patients. Blood 2025; 146 (Suppl 2): LBA-3. doi.org/10.1182/blood-2025-LBA-3
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